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Gold und Silber im Fairen Handel

Im November 2015 zeigte unser Verein den Film „Flowers of Freedom“ im Rahmen der Entwicklungspolitischen Tage M-V. Im Zentrum des Dokumentarfilms steht eine Gruppe mutiger Frauen, die sich nach einem Giftunfall gegen die Betreiber der größten Goldmine Kirgistans zur Wehr setzen. Ein gebräuchliches Verfahren, das Gold aus dem umliegenden Gestein zu lösen, ist die Zyanid-Laugung. Neben dem gewonnenen Gold bleibt ein hochgiftiger Schlamm übrig, der eine Gefahr für Boden, Luft und Trinkwasserversorgung darstellt. Eine sehr übersichtliche Zusammenstellung von Informationen rund um den Goldabbau bis hin zur nachhaltigen Goldgewinnung gibt es hier: http://www.cb-ds.com/eg/

Auf welche Weise aber werden die Edelmetalle für den fair gehandelten Schmuck gewonnen, den wir in unserem Weltladen verkaufen? Frau Kyra Bornemann arbeitet bei der Firma El Puente, von der wir einen Teil unserer Waren beziehen, und hat uns bereitwillig Auskunft gegeben:

Der fair gehandelte Schmuck wird in traditioneller Handarbeit von Kunsthandwerker_innen gefertigt, die nach den Kriterien des Fairen Handels arbeiten. Das zur Herstellung benötigte Silber kaufen sie auf dem lokalen Markt. Das gilt auch für Gold, viele Schmucksteine sowie Ergänzungsteile, wie z.B. nickelfreie Ohrbügel. „Bisher bieten wir leider keinen Schmuck an, bei denen die Rohmaterialien ausschließlich aus kontrollierten Quellen stammen. Diese Tatsache sehen wir selbst sehr kritisch und wir befinden uns mit unseren Partnern, die Schmuck aus Edelmetallen anbieten, in regelmäßigem Austausch hierüber. … Bisher sind die Kunsthandwerker zum Einkauf von sehr teurem, zertifiziertem Material nicht bereit, da sie das Risiko, dass sich für höherpreisige Silberprodukte dann keine Käufer finden, nicht tragen möchten.“ El Puente hat sich trotzdem zur Zusammenarbeit mit den betreffenden Kleinproduzent_innen entschieden. Denn das Ziel, ihre Produktions – und Lebensbedingungen zu verbessern, könnte nicht erreicht werden, wenn ihnen aufgrund der beschriebenen Problematik der Zugang zum Markt verwehrt würde.

Zur Herkunft der auf den lokalen Märkten bezogenen Edelmetalle ergänzt Ingo Herbst, Geschäftsführer bei Contigo, dass die Edelmetalle oft direkt oder indirekt von sogenannten Scheideanstalten bezogen werden, wo Edelmetalle durch Recycling zurückgewonnen werden.

Die Thematik betrifft nicht nur Edelmetalle und Schmucksteine, sondern viele weitere Rohmaterialien, die für die Herstellung von Kunsthandwerksartikeln lokal zugekauft werden. Beispielhaft genannt seien Paraffin für die Kerzenproduktion oder Horn aus Schlachtabfällen. Die Leitlinie von El Puente sieht vor, im Laufe langjähriger Handelspartnerschaften darauf hinzuwirken, immer mehr Rohmaterialien aus zertifizierten Quellen zu beziehen. Aus Sicht der Fairhandelsorganisationen wäre es der Idealfall, wenn alle Schritte der Verarbeitungskette vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt unter den Bedingungen des Fairen Handels realisiert werden könnten. Das gelingt z.B. im Fall der Seidenschals von Craft Link aus Vietnam: sie werden vollständig in dem Dorf Thai Phuong und seiner Umgebung gefertigt. Beim Schmuck ist dieses Ziel schwerer zu erreichen, so Kyra Bornemann von El Puente. „Wir haben die Hoffnung, dass es mit der Zeit auch bei diesem Material für die Kunsthandwerker möglich ist, Rohstoffe aus verlässlichen Quellen zu beziehen und gleichzeitig Käufer für ihre Produkte zu finden, die dieses ehrgeizige Ziel mit tragen.“